Programm

20.4.17
Search Engine Bias – sollen wir Googles Suchergebnissen vertrauen?

Suchmaschinen sind das wichtigste Tor zu den Inhalten des Web – das Web wäre ohne Suchmaschinen gar nicht benutzbar. Doch was wird uns eigentlich auf den Suchergebnisseiten von Google angezeigt? Handelt es sich einfach um neutrale Informationen, die vollautomatisch zusammengestellt werden?

Der Vortrag wird zeigen, wie die unterschiedlichen Interessen von Suchmaschinenbetreibern, den Inhalteanbietern, den Suchmaschinenoptimierern und uns Nutzern erst im Zusammenspiel die Ergebnisse von Google und Co. generieren. Dabei wird es um die Frage gehen, was diese Einflüsse für uns alles bedeuten, die wir Suchmaschinen zur Informationsrecherche benutzen.

Dirk Lewandowski ist Professor für Information Research & Information Retrieval an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg. Seine Forschungsinteressen sind Web Information Retrieval, Qualitätsfaktoren von Suchmaschin
en, das Rechercheverhalten der Suchmaschinennutzer sowie die gesellschaftlichen Auswirkungen des Umgangs mit Web-Suchmaschinen. Zu seinen Veröffentlichungen gehört das Buch Suchmaschinen verstehen (Springer, 2015) www.searchstudies.org/dirk

27.4.17
Schöne Neue Datenwelt: Daten, Wissen, Werte & Gesellschaft

Zeitgenössische Datenpraktiken verändern zunehmend tiefgreifend Wissens- und Entscheidungsprozesse in Alltag und Wissenschaft, Politik und Wirtschaft. Während die einen sich ökonomische, wissenschaftliche und gesellschaftliche Fortschritte erhoffen, betonen andere vor allem neue ethische, soziale und politische Gefahren, welche sich durch die Anwendung von Big Data in verschiedenen gesellschaftlichen Sektoren ergeben. In meinem Vortrag werde ich argumentieren, dass sowohl das Verständnis als auch die Regulierung dieser Datenpraktiken einer Analyse bedarf, welche erkenntnistheoretische, ethische und politische Fragen zusammendenkt.

© Karlsruher Institut für Technologie

Judith Simon ist Professorin für Ethik in der Informationstechnologie an der Universität Hamburg und hat zuvor im In- und Ausland zu Philosophie, Wissenschaftstheorie und Technikfolgenabschätzung geforscht. Sie beschäftigt sich derzeit vor allem mit der Verschränkung ethischer, erkenntnistheoretischer und politischer Fragen im Kontext von Big Data und Digitalisierung. Judith Simon ist Mitherausgeberin der Zeitschriften „Big Data & Society“ und „Philosophy & Technology sowie gewähltes Vorstandsmitglied der International Society for Ethics and Information Technology (INSET) sowie der International Association for Computing and Philosophy (IACAP).
www.uni-hamburg.academia.edu/JudithSimon

4.5.17
Wie gefälschte Meinungsäußerungen mittels Sentimentanalyse entlarvt werden können

Die Meinung der Kunden ist ein wichtiger Geschäftsfaktor geworden. Firmen wollen wissen, was Verbraucher von ihrem Produkt oder ihrer Dienstleistung halten. Sie versuchen daher, sich und ihre Produkte schnell an Kundenbedürfnisse anzupassen und die geäußerten Meinungen als Marketinginstrument einzusetzen.  Mit der Zunahme der Relevanz der Kundenmeinungen steigt jedoch auch die Anzahl der Manipulationsversuche. Wir haben es hier mit einem gesellschaftlich und ökonomisch erheblichen Problem zu tun. Im Vortrag schauen wir uns an, mit welchen Methoden Forscher den Manipulationen auf der Spur sind. Wir untersuchen Produktbewertungen auf Amazon und sehen Beispiele für Fake-Bewertungen.

Prof. Dr. Melanie Siegel ist Professorin für Informationswissenschaft an der Hochschule Darmstadt, mit Schwerpunkt in semantischen Technologien. Sie interessiert sich für Sprachtechnologie, maschinelle Übersetzung, Syntax und Semantik der japanischen Sprache, Ontologie, Informationsextraktion, Sentimentanalyse und technische Dokumentation. Ihre Promotion hat sich im Rahmen des großen deutschen MÜ-Projekts „Verbmobil“ 1996 mit einer Arbeit zur japanisch-deutschen MÜ abgeschlossen. Ihre Habilitation in Bielefeld umfasst eine Venia für Computerlinguistik und Sprachtechnologie. Sie hat 10 Jahre am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz und der Universität Saarbrücken gearbeitet, sowie 6 Jahre in der Software-Firma Acrolinx GmbH in Berlin. www.melaniesiegel.de

11.5.17
Extremistische Gehirnwäsche 4.0: Wie Verfassungsfeinde das Netz als Propaganda-Medium nutzen

Medien spielen in der menschlichen Gesellschaft seit jeher eine steuernde, ja dominierende Rolle. Sie sind verantwortlich für die Entstehung und Entwicklung von Gruppierungen und Netzwerken und deren Zusammenhalt. Die vielfältigsten Botschaften werden transportiert: Meinungen, Regeln und Normen, Ideologien, Termine, praktische Anleitungen und vieles mehr. Auch für extremistische Bestrebungen haben Medien und vor allem das Internet eine entscheidende Bedeutung. Dies ist vor dem Hintergrund zu betrachten, dass es Extremisten und Terroristen in der Regel nicht gelingt, in westlichen Gesellschaften mehrheitsfähig zu werden. Die wehrhafte, streitbare Demokratie in Deutschland will es, grundgesetzlich gewollt, Verfassungsfeinden mit zahlreichen Instrumenten unmöglich machen, die Grundwerte abzuschaffen. Soziale Netzwerke und Kommunikationsgruppen dienen Extremisten über die Verbreitung von Botschaften auch der Kompensation fehlender politischer Durchsetzungsfähigkeit. Der Vortrag will an einigen praktischen Beispielen deutlich machen, wie extremistische Gruppierungen das Netz für ihre Zwecke instrumentalisieren.

Marco Haase, 46 Jahre alt, seit Ende 2010 beim Hamburger Verfassungsschutz tätig, dort als Referatsleiter Gremien-, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, gleichzeitig Sprecher des Hamburger Verfassungsschutzes. Er studierte an den Unis in Kiel und Lüneburg; an der Universität Lüneburg M.A. im Studiengang „Angewandte Kulturwissenschaften“ mit den Schwerpunkten Neue Geschichte, Medien- und Öffentlichkeitsarbeit sowie Rechts- und Wirtschaftswissenschaften. Zudem Ausbildung zum Tageszeitungs-Redakteur (Volontariat). Seit November 2003 in der Hamburger Innenbehörde tätig.
www.hamburg.de/verfassungsschutz/

18.5.17
Wie bewerten Nutzer Informationen im Netz? Einflussfaktoren auf Quellenbewertungen bei der Informationsrecherche im Internet

Das Internet ist für uns in den letzten Jahren zu einem zentralen Informationsmedium geworden, das zu fast jedem Thema eine Fülle an Informationen bietet. Aufgrund der Tatsache, dass jeder – unabhängig von seiner Expertise oder von seinen Absichten – Inhalte online veröffentlichen kann, gibt es jedoch große Unterschiede in der Informationsqualität. Deshalb sollten Internetnutzer bei der Auswahl und beim Lesen von Web-Inhalten stets darauf achten und kritisch bewerten, von welchen Quellen die Informationen stammen.
Der Vortrag resümiert Forschungsergebnisse, inwiefern Internetnutzer bei der Webrecherche zu wissenschaftsbezogenen Themen Informationen kritisch hinsichtlich ihrer Quellen bewerten. Dabei werden personenbezogene und kontextbezogene Einflussfaktoren beleuchtet, die begünstigen, dass Quellenbewertungen vorgenommen werden.

Dr. Yvonne Kammerer ist promovierte Diplom-Psychologin und arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Leibniz-Institut für Wissensmedien in Tübingen. In ihrer Forschung untersucht sie kognitive Prozesse bei der Informationssuche und Informationsbewertung im Internet.
www.iwm-tuebingen.de/Yvonne-Kammerer

25.5.17
Fällt aus (Feiertag)

1.6.17
Fake News, Algorithmen und Filterblasen: Journalismus und Öffentlichkeit im Zeitalter der Digitalisierung

Der digitale Wandel verändert in zum Teil grundlegender Weise, wie Öffentlichkeit entsteht. Algorithmen sortieren Medieninhalte, die Grenze zwischen interpersonaler und öffentlicher Kommunikation verschwimmt, Plattformen fungieren als neue Gatekeeper, klassische Geschäftsmodelle geraten ins Wanken. Dieser Vortrag gibt einen kurzen Überblick über die relevanten Entwicklungen und zeigt Problemfelder und mögliche Lösungsansätze für die Zukunft von Journalismus und digitaler Öffentlichkeit auf.

Prof. Dr. Christian Stöcker, Jahrgang 1973, leitet an der HAW Hamburg den neuen Master-Studiengang Digitale Kommunikation. Zuvor arbeitete er über 11 Jahre in der Redaktion von SPIEGEL ONLINE, zunächst als Redakteur in den Ressorts Wissenschaft und Netzwelt, seit Anfang 2011 als Leiter des Ressorts Netzwelt. Er bearbeitete in dieser Funktion Themen vom Wandel der Gesellschaft infolge der Digitalisierung bis hin zu investigativen Artikeln auf Basis von Originaldokumenten aus den Beständen Edward Snowdens. Stöcker ist Diplompsychologe und an der Bayerischen Theaterakademie ausgebildeter Kulturkritiker. 2003 promovierte er in Würzburg in kognitiver Psychologie mit einer experimentellen Arbeit mit Bezug zum Themenbereich Usability.

Twitter:  @chrisstoecker
Facebook: https://www.facebook.com/DerRationalist
https://www.haw-hamburg.de/dmi-i/unser-department/beschaeftigte/name/christian-stoecker.html

8.6.17
Politiker und Social Media – Wovon wird der Wahlkampf im Netz beeinflusst?

Plattformen wie Facebook und Twitter nehmen eine immer wichtigere Rolle für die Kommunikation zwischen Politikern und Bürgern in Wahlkämpfen ein. Kandidaten können Bürger informieren, sich mit ihnen vernetzen, sie zur Weiterleitung ihrer Botschaften mobilisieren und ihre Partizipation an Diskussionen fördern.
Zur Bundestagswahl 2013 waren mehr als drei Viertel der Kandidaten auf Social Media-Plattformen präsent. Woran aber liegt es, ob Kandidaten im Netz aktiv sind? Wovon hängen ihre Popularität im Netz und die Reichweite ihrer Beiträge ab? Wie bedeutend sind Charakteristika der Kandidaten, ihrer Parteien oder der erreichbaren Wählerschaft?
Der Vortrag ist ein Rückblick auf die Bundestagswahl 2013 mit Erkenntnissen zur Online-Kommunikation von über 600 Kandidaten. Er ist zudem ein Ausblick auf die Perspektiven für den kommenden Bundestagswahlkampf im Netz.

Dr. Kay Hinz in der politischen Kommunikationsberatung bei der Agentur neues handeln in Berlin tätig. Hinz hat an der Heinrich-Heine-Universtität Düsseldorf im Fachbereich Kommunikations- und Medienwissenschaft promoviert. Seine Dissertation ist unter dem Titel „Kandidaten und ihre Unterstützer im Online-Wahlkampf“ bei Springer VS erschienen. www.kayhinz.de

15.6.17
Fake News bekämpfen

Nach der Recherche, dem Finden im Internet, muss die kritische Prüfung kommen: ist das, was man da im Netz zusammengetragen hat, belastbar und verwendbar? Doch Journalisten und Redaktionen scheitern immer wieder daran: Gefälschte Websites, unbelegbare Ankündigungen von Amokläufen, falsch datierte News, die Milliarden an Börsenvermögen verbrennen, leichtfertig übernommene  Propagandabilder… Die Liste der Enten durch mangelhafte Quellenprüfung ist lang.

Fiete Stegers und Albrecht Ude zeigen systematisch und anhand von Beispielen den kritischen Umgang mit Quellen und Recherche-Ergebnissen. Sie erläutern, welche Fragen gestellt werden müssen, wie man sie beantwortet und welche hilfreichen Werkzeuge es dafür gibt.

© NDR Fotograf: Andreas Rehmann

Online-Redakteur Fiete Stegers hat die Netzwelt im Blick – für NDR.de und in enger Zusammenarbeit mit den Radio- und Fernsehkollegen von NDR Info und ZAPP. Seine inhaltlichen Schwerpunkte sind Netzpolitik, Datenschutz, Onlinejournalismus und Social Media. Zuvor arbeitete er unter anderem als Nachrichtenjournalist bei tagesschau.de sowie als Autor für ZDF, WDR, „Spiegel Online“ und „taz“. www.ndr.de/stegers

 

 

 

© Bernd Lammel

Albrecht Ude arbeitet als freier Journalist, Researcher und Recherche-Trainer (Strukturierte Online-Recherchen, Quellenprüfung und Kommunikationssicherheit), publiziert in DIE ZEIT, ZEIT online, c’t, golem.de, Nitro, journalist, Message u.a., unterrichtet als Dozent an Hochschulen, Journalistenakademien, in Verlagen und Sendern. Seine Arbeitschwerpunke sind strukturierte Internet-Recherchen mit analytischen und forensischen Methoden, Quellenprüfung sowie Daten- und Kommunikationssicherheit. www.ude.de

22.6.17
Wie man seinen guten Ruf wiederherstellt – zwischen Recht auf Vergessen und Reputationsmanagement

Recht auf Vergessen

Prof. Dr. Johannes Caspar, Der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit
www.datenschutz-hamburg.de

Reputationsmanagement als Dientleistung

Die technischen Möglichkeiten der Imagepflege im Internet:
Welche (digitalen) Handgriffe helfen, das Image online zu pflegen? Was können Sie unternehmen, wenn Ihre Reputation bei Google beschädigt wird? Der Vortrag gibt eine Übersicht über die technischen Möglichkeiten, den Ruf zu verbessern und zeigt, wie mit Maßnahmen in Krisensituationen reagiert werden kann.

Bruno Schmidt ist als Online Reputation Manager und Inhaber der Hamburger SEO-Agentur aspector mit seinem Team unter anderem für den Ruf seiner Klienten in der Online-Welt verantwortlich. Er optimiert die Marken seiner Kunden und sorgt für passende Online-Relations. Bruno Schmidt absolvierte eine Ausbildung zum Mediengestalter und lernte Webdesign und Markenkommunikation bei dem Hamburger Markenberater Peter Schmidt.

www.aspector-hamburg.de/online-reputation-management/